Spanienurlaub 1997

2.9. - 16.9.1997


Bin noch nicht fertig!


Dieser Urlaub sollte mal was ganz anderes werden. Spontan. Ungeplant. Mit Rucksack und Autobus nach Spanien. Spanisch hatte ich ja in den beiden vorherigen Jahren gelernt (leider zwischendrin nix getan) und ich wollte mal testen wie weit ich damit komme.

Flug hatte ich bei L'Turs gebucht, kam mir auch recht günstig vor (362,- für Frankfurt - Almeria) bis ich von meinem Flugzeugnachbarn erfuhr, daß er f&uunml; den gleichen Flug nur 199,- bezahlt hatte.

Da mir das mit dem "total spontan" dann doch zu unsicher war, hatte ich mir für die ersten beiden Nächte in der Jugendherberge von Almeria ein Bett reserviert (auf spanisch! per Telefon!).


Tag 1: Flug und Almeria

Wie üblich fuhr ich mit der Bahn zum Frankfurter Flughafen. Mein Flug war mit Condor, hatte nicht ganz die Qualität eines Linienfluges (es gab nur ein mögliches Essen (Caneloni)) war aber ansonsten ganz ok.

Gegen 21:00 kam ich dann in Almeria an. Vom Flughafen dort gab's auch nach ca. 20 Minuten warten einen Bus in die Stadt für den Spottpreis von 100 Peseten (alle Preise gebe ich in Peseten an, zum Zeitpunkt der Reise waren 100 Peseten ca. 1.25 DM).

Leider gab's in der Stadt schon die erste Enttäuschung: Die Touristeninformation war nicht mehr da wo sie laut Reiseführer sein sollte. Nach längerem rumfragen (erster Test meiner Spanischkenntnisse) ließ ich mich schließ von einem Taxi zur JH fahren (700 Peseten :-)).

Die Jugendherberge war total neu und lag neben dem Fußballstadion. Wenn man sich die ganze Stadt anschaut sieht das (G6) zwar etwas abgelegen aus, aber man konnte am Strand entlang (sehr schöne Strandpromenade) in 20 Minuten in die Stadt laufen, oder natürlich den Bus nehmen (100 Peseten, fuhr alle 10 Minuten).

Ich hatte ein Einzelzimmer (!) mit eigenem Bad (!!) total neu und blitzblank sauber. Da ich trotz Essen im Flugzeug noch etwas Hunger hatte, begab ich mich gleich in die Stadt um mir ein paar Tapas und Cañas einzuverleiben (Tapa ist was kleines zu essen, Caña ist ein kleines Bier).


Tag 2: Almeria

Nachdem ich ausgeschlafen hatte, ging ich erstmal in Richtung Strandpromenade um mir einen passenden Ort zum Frühstücken zu suchen. Ich fand auch eine nette Panderia wo man frische Backwaren und einen guten Cafe con leche bekam. Inzwischen machte ich mir schon Gedanken über das nächste Ziel, und dachte daß Murcia doch recht nett wäre (um es vorweg zu nehmen: später entschied ich mich dann doch anders).

Nach dem Frühstück ging ich in die Stadt und besichtigte die Alcazaba, eine maurische Burgruine (der Eintritt war sogar frei, was mich stark verwunderte). Die Stadt selbst ist nicht sehr touristisch sondern eher spanisch, was mir sehr gefiel (so sehr, daß ich die Jugendherberge gleich um eine Nacht verlängerte).

Nachmittags wie immer Siesta, vorher versuchte ich im Stadtteil in dem auch die JH liegt Postkarten aufzutreiben: Keine Chance (ist halt eben nicht besonders touristisch dort :-)

Nach der Siesta gings dann noch kurz an den Strand, danach wieder in die JH, abends dann machte ich mich auf was zum Essen zu suchen. Essen. Almeria liegt ja am Meer. Ich mag Meeresfrüchte und Fische jeder Art. Also gut, beim rumlaufen entdeckte ich ein Lokal das ziemlich nach Fisch aussah, setzte mich dann hin und, wozu Speisekarte, bestellte einfach "Mariscos mixtos" und ließ mich überraschen. Naja, ich dachte eigentlich an die frittierte oder an eine "normale" Variante, aber es kam die "Version Eigenbau". Nicht falsch verstehen, es war wirklich sehr gut, aber halt eine Menge Arbeit :-)))

Hinterher dann noch etwas auf der Strandpromenade promenieren, ein Eis essen, und, oh Graus, die spanische Telekom (Telefonica) machte gerade eine Internet-Promotion am Strand.


Tag 3: Almeria

Meinen verlängerten Tag begann ich wie den vorherigen, mit einem Frühstück am Strand. Danach wieder in die Stadt, diesmal hab ich die Kathedrale besichtigt, die, im Gegensatz zur Burg, Eintritt kostete (und längst nicht so schön und so eindrucksvoll war wie die Burg).

Danach fand ich zufälligerweise die Touristeninformation, und dort gab es auch Infos über mein nächstes angepeiltes Ziel Murcia (einen Stadtplan und eine Unterkunftsliste). Nachmittags: Siesta.

Während der Siesta klopfte es, und ich bekam einen Mitbewohner. Ein netter Franzose der sehr gut Englisch (!) aber kein Wort spanisch sprach zog bei mir ein. Nachmittags kaufte ich mir noch eine Telefonkarte, danach gings zum essen in die Stadt, diesen Abend gabs Calamares.


Tag 4: Von Almeria nach Alicante

Da ich vor der Siesta am Ziel sein wollte, stand ich sehr früh auf, zahlte die JH (nur zwei Tage wie mir später aufviel, der Computer hatte wohl vergessen daß ich verlängert hatte), und ging mit meinem Rucksack zum Busbahnhof. Auf dem Weg dorthin überlegte ich mir, daß das Meer doch eine nette Einrichtung ist, und Murcia doch im Landesinnern liegt daß mein als übernächstes geplantes Ziel Alicante dann doch mein nächstes Ziel sein sollte.

Ich kaufte mir also ein Busticket (kostete ca. 2400 Peseten), ab in den Bus und los gehts. Ich hatte noch ein paar Bedenken ob ich die Busfahrt ohne Tüte überstehen würde, war aber kein Problem. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden, es gab sogar einen Film und zwischendrin gabs auch eine Pause von 20 Minuten um was zu essen oder zu trinken.

Ich kam so gegen 13:30 in Alicante an, also noch knapp vor Siesta-Zeit, und praktischerweise lag die Touristeninformation direkt im Busbahnhof (die JH in Alicante ist im September geschlossen). Also eine Liste der "Hostales y Pensiones" geholt, und ab zur Telefonzelle. Gleich die erste Pension (die auch praktischerweise sehr in der Nähe des Busbahnhofs lag) hatte was frei, der Preis (3000 Peseten) kam mir auch ziemlich billig vor, also hin.

Die Pension war "ziemlich spanisch", sah in etwa aus wie eine WG (langer Flur, Gemeinschaftstoilette, Gemeinschaftsdusche (die nach jeder Benutzung vom Wirt geputzt wurde)). Was ich nicht bedacht hatte war, daß die Pension direkt an einer Hauptverkehrsstraße lag. Und in Spanien sind Straßen zu keiner Tageszeit ruhig. Ich habe in den beiden Tagen sehr wenig geschlafen.....

Nach der Siesta (ich konnte nicht schlafen wegen Krach), bin ich in die Stadt. Sie besitzt eine sehr schöne Burg, auf die man noch nichtmal hochzusteigen braucht: Es gibt einen Aufzug (300 Peseten)! Die Burganlage ist riesig. Während der maurischen Besatzung und auch später noch hat jeder dran rumgebaut und noch was drangebaut. Außerdem hat man von dort oben einen sehr schönen Blick auf die Bucht, die Stadt und das "Touristengetto" vor der Stadt (Alicante hat den Touristenbezirk mit den hässlichen Hochhaus-Hotels komplett ein paar Kilometer ausgelagert. Ist auch ganz gut so).

Abends dann ein bissle auf der Strandpromenade flanieren (es gibt so eine Art grosser Landungssteg, mit vielen Lokalen (auch eines wo's deutsches Bier gibt, aber da war ich nicht :-) ).


Tag 5: Alicante

In der Nacht schlief ich ziemlich schlecht wegen Krach, ich stand gegen 9:30 auf und ging in die Stadt. Auch in Alicante fand ich ein Cafe zum Frühstücken (leider kein so schönes wie in Almeria). Danach noch kurz einkaufen (die tägliche 1.5L-Flasche Wasser) und es war schon 13:30, Zeit fü Siesta.

Ich war stark erstaunt mein Bett frisch gemacht vorzufinden, aber das gehöt offensichtlich zum Service. Danach wieder in die Stadt, zum Essen fand ich diesmal eine kleine Tapas-Baar wo ich einen Kaffee trank und ein paar Tapas verspeiste.

Danach nochmal Siesta, es war schließlich Samstag und ich wollte etwas länger aufbleiben. Tat ich dann auch, wieder auf dem schon erwähnten Landungssteg. Alicante ist eine nette Stadt, kann ich ebenfalls nur empfehlen


Tag 6: Alicante --> Valencia

Nach Blick auf die Karte entschied ich mich für Valencia als nächstes Ziel, bisher hatten mir die spanischen Städte gefallen, also warum nicht auch mal eine etwas größere Stadt ansteuern....
Im Bus gabs wieder einen Film, ich fragte mich langsam ob die Busgesellschafte die Rechte an allen Robin Williams Filmen besaß....

Anyway, ich kam um die Mittagszeit in Valencia an, mittlerweile war ich ja schon etwas erfahrener was die Zimmersuche anging. Erster Versuch war die Jugendherberge, ein Anruf war erfolglos - es ging keiner ran. Also zur Information im Busbahnhof und fragen ob es einen "autobus local" gibt (gabs natürlich - ich mag Länder in denen man mit öffentlichen Verkehrsmitteln überall hinkommt). Tja, bei der JH angekommen hing ein Schild draußen: "Geschlossen von 11:00 - 17:00, sowie ab 23:00" War wohl nix. Also in der Liste der "Pensionas y Hostales" nachschauen, die ich mir wohlweislich schon in Alicante besorgt hatte.

Wieder hatte ich bei der ersten Pension Glück, Einzelzimmer wäre kein Problem, außerdem solle ich den Bus Nr. X nehmen, der würde direkt von da wo ich bin zur Pension fahren. Tja, nur leider fand ich die passende Bushaltestelle nicht. Später fand ich raus, daß er in einer Parallelstraße fährt. Also: Zu Fuß in der größten Mittagshitze.

Was ich am Telefon natürlich vergessen hatte zu Fragen war, was es kostet. War aber kein Problem, es kostete nur 2000 Peseten/Nacht. Was ich dann dort als erstes Mitbekam, war wie zwei ebenfalls dort wohnende Frauen erzählten, daß ihnen ein nicht sehr freundlicher Mensch mithilfe eines Messers die Handtasche wegnehmen wollte. Na, ging ja gut los dachte ich.

Mein Zimmer war diesmal ein echtes Einzelzimmer, es gab drei Bäder für den ganzen Flur. Erstmal Siesta (es war schon 15:00 durch) und dann in die Stadt. Was soll ich zur Stadt sagen? Es war Sonntag, die Geschäfte alle geschlossen und die Sehenswürdigkeiten von Bettlern umlagert, die im Gegensatz zum sonstigen Spanien, ziemlich penetrant waren. Außerdem ging mir die Messerstory der beiden Frauen nicht aus dem Kopf, irgendwie kam mir die Stadt nicht sonderlich sicher vor. Nachmittags dann noch ein paar Tapas essen und eine Horchata (wenn mir dafür jemand einen Rezeptlink liefern kann wäre ich sehr dankbar) trinken.


Tag 7: Valencia

Montags schaute ich mir morgens nochmals etwas die Stadt an, besonders die Markthalle fand ich sehenswert. Wie im Paradies: Alles was man sich an Essen nur vorstellen kann, findet sich hier wieder.

Valencia hat auch ein paar schöne Parks die ich mir anschließend anschaute. Nachmittags nach der Siesta fuhr ich mit dem Bus zum Strand: Nicht besonders sehenswert.

Da mir die Stadt am Nachmittag schon nicht sonderlich geheuer vorkam, hatte ich abends keine große Lust noch auf Entdeckungsreise zu gehen, und da in der Nähe ein Kino war, wollte ich mal meine Spanischkenntnisse dort austesten und schaute mir El Mundo perdido an.


Tag 8: Valencia --> Granada

Morgens mit Gepäck und Bus zum Busbahnhof. Da ich auf noch mehr grössere Städte keine Lust mehr hatte, dachte ich eher wieder daran in den Süden zurückzukehren. Um 13:45 fuhr auch ein passender Bus nach Granada, naja, passt ja dachte ich, dann bin ich bestimmt so gegen 20:00 dort. Ok, bis 13:45 ist noch viel Zeit, also Gepäck ins Schließfach und nochmal in die Stadt in die Toursiteninformation. Und dort hatte ich Pech: Da Granada in einer anderen Provinz liegt, gab's keinerlei Infos darüber. Ok, noch ein bissle Sightseeing und wieder zum Busbahnhof.

Irgendwie hatte ich die Entfernung doch unterschätzt... auf jeden Fall als der Bus dann um 20:00 eine Pause machte, und es immer noch etliche Kilometer nach Granada waren, rief ich die dortige JH an, nur um zu erfahren daß sie voll belegt sind. Ich kam dann gegen 22:00 in Granada an, mit dem Bus in die Stadt und versuchte mich durchzufragen (denn die Touristeninformation war natürlich auch schon zu). Nach ziemlich langem rumirren, rumfragen und suchen fand ich dann ein Hostal mit einem freien Zimmer für 2400 Peseten/Nacht.